Großes Interesse: Am vergangenen Samstag fanden anlässlich des Internationalen Tags der Meeresschutzgebiete Ausfahrten rund um die Vogelschutzinsel Walfisch statt. Seit 2021 wird jedes Jahr am 1. August der sogenannte MPA-Day (Marine Protected Areas Day) gefeiert. Dieser wurde ins Leben gerufen, um weltweit auf die Bedeutung von geschützten Lebensräumen in Ozeanen aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für deren Erhalt zu stärken.
Auch die Ranger der Wismarbucht, die vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e.V. gestellt werden, waren dabei. Über den Tag verteilt gab es insgesamt drei fachliche Ausfahrten mit der „Limosa“. Das kleine Landungsboot bietet sich aufgrund seines geringen Tiefgangs perfekt für Touren in der Kirchsee und rund um den Walfisch an. Während des rund zweistündigen Ausflugs erläuterte Buchtranger Dirk Brenning einiges zu den Seevögeln, die in der Region und speziell auf dem Walfisch brüten oder die kleine Insel als Rastplatz nutzen. So nah kommt man der Insel in der Regel nicht, herrscht auf dem Walfisch, der ehrenamtlich vom Verein Langenwerder zum Schutz der Wat- und Wasservögel e.V. betreut wird, doch das gesamte Jahr Betretungsverbot.
Was viele nicht wissen: Nicht nur im Frühling und Sommer ist das EU-Vogelschutzgebiet „Wismarbucht und Salzhaff“ ein wichtiger Lebensraum u.a. für Schwäne, Eiderenten oder Silbermöwen. Auch im Herbst und Winter bieten die vielfältigen Flachwasserbereiche, Seegraswiesen und Röhrichte auch auf dem Wasser vielen Zugvögeln wie tausenden Graugänsen, Blässhühnern oder Eisenten wertvolle Nahrungs- und Rückzugsräume.
Um zusätzlich einen Einblick in die Welt der heimischen Robbenarten zu geben, war auch die Biologin Nicola Boll vom BUND MV – im Rahmen des Projekts „HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden“ – an Bord. Sie weiß, dass die Menschen den Umgang mit den Kegelrobben – dem größten Raubtier Deutschlands – dadurch, dass diese viele Jahrzehnte in der Region nicht mehr heimisch waren, erst wieder lernen müssen. Beispielsweise benötigen Jungtiere, die immer wieder an Stränden zu sehen sind, in der Regel keine Hilfe, sondern einfach Ruhe, um Kraft zu schöpfen. Weshalb der BUND MV über den richtigen Umgang mit den Tieren informieren und das Robbennetzwerk weiter ausbauen möchte.