16.06.2026 - Robbenskulptur in Hohen Wieschendorf eingeweiht

„Die Kegelrobbe ist ein Botschafter für den Erfolg des Meeresschutzes. Dass sie heute wieder regelmäßig an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns anzutreffen ist, zeigt, dass sich konsequente Schutzmaßnahmen auszahlen.“ Das sagte André Konsolke, Staatssekretär des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV anlässlich der Einweihung einer bronzene Robbenskulptur in der Marina Hohen Wieschendorf.

Kegelrobben als große Meeressäuger stehen im Projekt „HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden“ stellvertretend für den zu schützenden Lebensraum Küstengewässer. Insbesondere die unverbaute Küste der Mecklenburger Bucht ist angestammtes Revier der größten Raubtiere Deutschlands. Nachdem diese dort über viele Jahrzehnte nicht mehr heimisch waren, kehren die Kegelrobben jetzt vermehrt zurück. Mit Robben-Skulpturen im Gebiet des HOTSPOT28 will der BUND MV auf das Thema aufmerksam machen, über den richtigen Umgang mit den Tieren informieren und das Robbennetzwerk ausbauen.

Bislang wurden im Rahmen des Projekts bereits zwei hölzerne Robben aufgestellt, eine vor der Naturwerkstatt Priwall (Link), eine zweite auf dem Campingplatz HaffCamp. Auch eine große Kegelrobbe aus Granit steht inzwischen in Gollwitz auf der Insel Poel. Und am 12. Juni wurde offiziell die jüngste Statue – von der Wismarer Künstlerin Anna Napp – in der Marina Hohen Wieschendorf eingeweiht. 

„Wir wollen bei Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen Informationen und Ausrüstungen zum Umgang mit Robben neu etablieren“, erläutert Nicola Boll vom BUND MV, die als Projektmit­arbeiterin im HOTSPOT28 das Thema Meeressäuger betreut. Dazu zählt, Engagierte und Gemeinden als Partner für das – bereits wachsende – Robbennetzwerk zu gewinnen. Denn immer öfter sind am Strand Jungtiere zu sehen, die sich dort häufig einfach ausruhen wollen.

Jan van Leeuwen, Bürgermeister von Hohenkirchen, wünscht sich, „dass die beiden Robben die Bedeutung dieses besonderen Lebensraums sichtbar machen.“ Und Dirk Brenning, Ranger in der Wismarbucht, führte aus, wie wichtig der ökologische Wert der Wismarbucht ist. Die Kegelrobben nutzen schon heute die Sandbank Lieps vor Boltenhagen zunehmend als Rückzugsort. Hier wurden – etwa zur Zeit des Fellwechsels im Frühjahr – über 200 Tiere gezählt. Aber auch eine große Anzahl an Seevögeln, wie Sturmmöwen, Eiderenten oder Brandgänse, findet in der Region einen geeigneten Lebensraum, sodass sich die Bestände gut entwickeln.