In dieser Woche wurde vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e.V. auf der großen Vogelwiese des Naturschutzgebietes „Südlicher Priwall“ wieder der Kiebitzschutzzaun aufgebaut. Zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende sowie Freiwillige haben dabei mit angepackt – bei strahlend blauem Himmel.
Bei einer Länge von etwa zwei Kilometern umspannt der Zaun knapp elf Hektar Grasfläche. Der aus Netzen und Stromlitzen zusammengesetzte Zaun soll die Gelege der Kiebitze und anderer Wiesenbrüter – wie beispielsweise Rotschenkel, Höckerschwan, Brandgans, Flussregenpfeifer und Graugans – vor Landprädatoren wie Füchsen, Dachsen, Wildschweinen, Marderhunden oder Nutrias schützen.
Die Wiederansiedlung des gefährdeten Kiebitzes (Vanellus vanellus) auf dem Priwall ist eines der Herzensprojekte des Vereins. Bis in die 1980er Jahre war er in Schleswig-Holstein landesweit die charakteristische Wiesenvogelart. Seitdem führten eine intensivere landwirtschaftliche Flächennutzung und wasserwirtschaftliche Veränderungen allerdings zu einem gravierenden und andauernden Habitatverlust. Vielerorts sind die Bestände stark ausgedünnt und aus einigen Bereichen hat sich die Art ganz zurückgezogen. Laut der „Roten Liste“ zu den Brutvögeln Schleswig-Holsteins ist im nördlichsten Bundesland aufgrund ungenügender Reproduktionserfolge kurzfristig eine starke Bestandsabnahme und langfristig ein deutlicher Rückgang zu erwarten.
Die Naturwerkstatt Priwall, eine Einrichtung des LPV Dummersdorfer Ufer, wird ab 22. März wieder naturkundliche Führungen zur Kiebitzbalz durchführen. Weiter Infos dazu gibt es hier.
Im HOTSPOT28 findet sich der „Prädatorenschutz Bodenbrüter“ in der Maßnahme A4 des LPV Dummersdorfer Ufer e. V. – auch in anderen Gebieten des Projekts soll der Erhaltungszustand der Wiesenbrüterpopulationen durch ein flexibles Prädationsmanagement mit Nestkörben und Schutzzäunen sowie Bejagung verbessert werden. Noch im März soll zum Beispiel auf der Vogelschutzinsel Langenwerder wieder ein Schutzzaun aufgestellt werden.