Auf der Vogelschutzinsel Langenwerder wurde eine neue Photovoltaik-Anlage installiert. Das bedeutet endlich wieder genug Strom für die Ehrenamtlichen auf der Insel. Möglich wurde die Anschaffung mit Hilfe des Projekts „HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden“. Eine der vielen Maßnahmen sieht dabei vor, das Ehrenamt im Projektgebiet zu unterstützen.
Von März bis Mitte November wird die Vogelschutzinsel Langenwerder, die in der Regel ganzjährig nicht betreten werden darf, von ehrenamtlichen Vogelwärter:innen des Vereins Langenwerder betreut. Sie setzen sich für den Schutz von Brutvögeln ein und sorgen dafür, dass Rastmöglichkeiten für Durchzügler und Wintergäste erhalten und wiederhergestellt werden. Doch wie wohnt es sich auf der Insel? Seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts steht auf dem Langenwerder die weit sichtbare, reetgedeckte Vogelwärterhütte. Fließend Wasser gibt es bis heute nicht – das muss mit Kanistern vom Festland geholt werden – auch keine Heizung, sondern nur einen großen Kachelofen. Strom ist seit 1991 verfügbar. Seit Ende August steht auf der Insel nun die bislang dritte Anlage. Sechs neue Solarmodule erzeugen wieder ausreichend Strom für Kühlschrank, Licht, Arbeitsgeräte wie Waagen, Laptops und Handys.
Installiert wurde die neue Anlage von der Firma Elektro Plath aus Wismar. Ein recht ungewöhnlicher Ort für die Handwerker, die an zwei Tagen mit dem Boot zur Arbeit gefahren wurden. Zudem musste rund eine halbe Tonne Material auf die Insel Langenwerder gebracht werden. Hier kam das HOTSPOT28-Projektboot „Limosa“ zum Einsatz, dass vor kurzem noch Ziegen auf den Walfisch transportiert hatte. Dieses Mal wurden also Solarmodule für die Überfahrt ordentlich verstaut.
Bei Windstärken bis sechs Beaufort eine herausfordernde Aktion, nicht nur auf See, sondern auch an Land, denn alles musste von der Landungsstelle per Handwagen und Schubkarren bis zum Haus geschafft werden. Doch mit vereinten Kräften konnte das Projekt Photovoltaik-Anlage erfolgreich abgeschlossen werden. Jetzt müssen die Vogelwärter nur noch regelmäßig putzen, damit die Solarmodule einsatzbereit bleiben, trotz der zu Brutzeiten tausenden Seevögel auf der Insel.